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Die neue Sicherheitsstrategie der USA unter Donald Trump: „America First“ im Jahr 2025

Am 4. Dezember 2025 hat die Trump-Administration ihre neue National Security Strategy (NSS) veröffentlicht – ein 33-seitiges Dokument, das die Außen- und Sicherheitspolitik der USA für die kommenden Jahre skizziert. Es ist das erste offizielle Strategiepapier seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 und markiert einen radikalen Bruch mit der Biden-Ära (2022-NSS), die auf Demokratieverbreitung und multilateraler Kooperation setzte. Stattdessen dominiert das Motto „America First“: Eine pragmatische, transaktionale Politik, die US-Interessen priorisiert, Interventionen minimiert und wirtschaftliche Stärke als Kern der Sicherheit definiert. Trump selbst nennt es eine „Roadmap, um Amerika zur größten und erfolgreichsten Nation der Menschheitsgeschichte zu machen“. Die Strategie reflektiert Trumps Weltbild – isolationistisch, aber muskulös – und adressiert Migration, Drogenhandel, China und Bündnisse neu. Sie wurde leise freigegeben, löste aber weltweit Debatten aus, von Europa bis Asien.

Kernprinzipien der Strategie

Die NSS gliedert sich in vier Abschnitte: Eine Kritik an vergangenen Fehlern, Ziele, Mittel und regionale Prioritäten. Zentral ist das Konzept des „flexiblen Realismus“: Keine ideologische Missionierung, sondern harte Verhandlungen, wirtschaftliche Leverage und selektive Militäreinsätze. Die Strategie lehnt „permanente amerikanische Dominanz der gesamten Welt“ ab – ein Stichwort gegen die post-kalte-Krieg-Illusion – und betont die Souveränität des Nationalstaats als „fundamentale politische Einheit“.

Wichtige Prinzipien:

  • Focused National Interest: Priorität auf Grenzsicherung, Wirtschaftswachstum (von 30 Billionen Dollar 2025 auf 40 Billionen in den 2030er Jahren) und Schutz vor „interner Subversion“ (z. B. Einfluss ausländischer Diasporen auf Wahlen).
  • Peace through Strength: Starke Nuklearabschreckung, aber keine offenen Kriege; Trump als „President of Peace“, der acht Konflikte (inkl. Gaza) durch Dealmaking löste.
  • Burden-Shifting: Bündnisse als Werkzeug, nicht Selbstzweck – Alliierte müssen mehr zahlen (z. B. NATO-Ziel: 5 % des BIP bis 2035, vereinbart im Haager Gipfel 2025).
  • Economic Nationalism: Tarife, Reindustrialisierung und Schutz kritischer Lieferketten; Ablehnung von Globalismus und Freihandel als „Aushöhlung der US-Mittelklasse“.

Die Strategie kritisiert „foreign policy elites“ scharf und personalisiert Trump als Korrektiv – eine Vermischung von Politik und Kampagnenrhetorik, die Kritiker als „Manifest“ statt Strategie sehen.

Regionale Schwerpunkte

Die NSS verlagert Ressourcen: Weniger Fokus auf Naher Osten und Afrika, mehr auf den Westen. Sie akzeptiert eine multipolare Welt, fordert aber US-Prädominanz in der „ersten Inselkette“ (Indo-Pazifik) und Hemisphäre.

  1. Westliche Hemisphäre als Top-Priorität: Die „Trump Corollary“ zur Monroe-Doktrin (1823) zielt auf absolute US-Herrschaft ab – gegen Migration, Drogenkartelle und fremde Einflüsse (z. B. China in Lateinamerika). Maßnahmen: Erweiterte Navy- und Küstenwache-Präsenz, tödliche Einsätze gegen Kartelle (bereits umgesetzt in Karibik-Schlägen), Investitionen in stabile Partner (z. B. 40 Mrd. Dollar für Argentiniens Milei). Ziel: „Enlist and Expand“ – Freunde einbinden, um Massenmigration zu stoppen und Lieferketten zu sichern.
  2. Europa: Kritik und „Kultivierung des Widerstands“: Härteste Worte für Alliierte – Europa als „in zivilisatorischem Verfall“, bedroht durch Migration („kulturelle Veränderung“), Zensur, sinkende Geburtenraten und EU-Übergriffe auf Souveränität. Die NSS warnt vor „Erasure“ in 20 Jahren und fordert „Widerstand gegen Europas Trajektorie“ – implizit Unterstützung konservativer Kräfte (z. B. AfD in Deutschland). Dennoch: Kein Abschied, sondern Druck auf mehr Verteidigungsausgaben; Ukraine-Krieg als US-Interesse, aber Fokus auf Stabilität mit Russland.
  3. Indo-Pazifik und China: Kein primärer Rivale mehr, sondern wirtschaftlicher Konkurrent. Ziel: „Mutually advantageous“ Handel, aber mit Tech-Kontrollen, Tarifen und Abschreckung (z. B. Taiwan-Straße). Alliierte (Japan, Australien) sollen mehr übernehmen; US-Militär für „Denial of Aggression“ in der Ersten Inselkette.
  4. Naher Osten und Afrika: Deeskalation – Iran geschwächt, Frieden in Gaza; Fokus auf Investitionen (z. B. Golfstaaten in US-KI). Afrika: Ablehnung „liberaler Ideologie“, pragmatische Deals statt Demokratieexport.

Implikationen und Kritik

Die Strategie signalisiert eine multipolare Ordnung, in der die USA regionale Sphären managen, statt global zu dominieren – ein „Gewinn“ für Deeskalation (z. B. mit Russland: „Strategische Stabilität“ statt Bedrohung). Experten loben den Fokus auf Wirtschaft und Grenzen, sehen aber Risiken: Weniger globale Führung könnte China stärken, Bündnisse schwächen (NATO als „Werkzeug“) und Demokratieförderung opfern. In Europa löst sie Alarm aus – „Reality Check“ für Berlin und Brüssel. Auf X (ehemals Twitter) feiern Unterstützer den „Atemzug der Entspannung“, Kritiker warnen vor Isolationismus.

Fazit: Eine neue Ära der transaktionalen Macht

Trumps NSS ist kein bloßer Plan, sondern eine Deklaration: Die USA ziehen sich zurück, um vorzurücken – priorisiert Prosperität, Souveränität und selektive Stärke. Sie könnte die Welt fragmentieren, Allianzen neu kalibrieren und Konflikte (z. B. Ukraine, Taiwan) pragmatisch lösen. Ob sie langfristig US-Interessen dient, hängt von Trumps Dealmaking ab. Für Europa bedeutet sie: Mehr Eigenverantwortung oder Abkehr vom transatlantischen Modell. Die Strategie unterstreicht: In einer multipolaren Welt gewinnt, wer verhandelt, nicht missioniert.

Quellen (Linkliste – Stand Dezember 2025)

  • https://www.politico.com/news/2025/12/05/trump-reveals-national-security-strategy-western-hemisphere-europe-00678265
  • https://www.cfr.org/expert-brief/unpacking-trump-twist-national-security-strategy
  • https://www.nytimes.com/2025/12/05/us/politics/trump-national-security-strategy.html
  • https://www.whitehouse.gov/wp-content/uploads/2025/12/2025-National-Security-Strategy.pdf
  • https://www.atlanticcouncil.org/blogs/new-atlanticist/experts-react/experts-react-what-trumps-national-security-strategy-means-for-us-foreign-policy/
  • https://www.aljazeera.com/news/2025/12/5/five-key-takeaways-from-trumps-national-security
  • https://warontherocks.com/2025/12/ten-jolting-takeaways-from-trumps-new-national-security-strategy/
  • https://www.npr.org/2025/12/05/g-s1-100893/trump-national-security-strategy-foreign-policy
  • https://www.cnn.com/2025/12/05/politics/trump-national-security-strategy
  • https://foreignpolicy.com/2025/12/05/trump-national-security-strategy-america-first/
  • https://www.lawfaremedia.org/article/trump-administration-releases-2025-national-security-strategy
  • https://www.csis.org/analysis/national-security-strategy-good-not-so-great-and-alarm-bells
  • https://govfacts.org/policy-security/an-analysis-of-trumps-2025-national-security-strategy/
  • https://www.washingtonpost.com/opinions/2025/12/05/national-security-strategy-is-less-strategy-than-mood-board/
  • https://www.zerohedge.com/geopolitical/washingtons-new-national-security-strategy-details-how-trump-20-will-respond
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