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Rolls-Royce und ZF entwickeln hybriden Antrieb für MGCS-Kampfpanzer

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) hat Rolls-Royce Power Systems mit der Entwicklung des Antriebssystems für das europäische Hauptkampfsystem Main Ground Combat System (MGCS) beauftragt. Rolls-Royce übernimmt dabei die Rolle des Generalunternehmers, ZF Friedrichshafen agiert als Unterauftragnehmer.

Erstmals weltweit entsteht für ein schweres militärisches Kettenfahrzeug ein parallel-hybrider Antrieb. Kernstück ist ein neu entwickelter 10-Zylinder-Hochleistungsmotor der mtu-Baureihe 199 mit rund 1.100 kW mechanischer Leistung. Zusammen mit elektrischen Komponenten ergibt sich eine Systemleistung von über 1.400 kW. Der Motor ist für extreme Lastwechsel, militärische Anforderungen und hohen elektrischen Energiebedarf ausgelegt, bleibt vielstofffähig und verträgt auch minderwertigen Kraftstoff dank robustem PLD-Einspritzsystem.

ZF liefert das elektrifizierte Lenkschaltgetriebe eLSG 5000 mit stufenloser Überlagerungslenkung. Es integriert By-Wire-Technologien für Antrieb, Bremse und Lenkung, ermöglicht Energierückgewinnung, Boosten und Rekuperieren sowie eine verbesserte Versorgung von Hochvolt-Verbrauchern. Ein neues Lüfterantriebskonzept reduziert Nebenverluste und steigert Reichweite sowie Effizienz. Das Getriebe soll präziseres Manövrieren, agileres Fahrverhalten und vereinfachte Bedienung ermöglichen – auch im Silent-Watch-Modus.

Ergänzt wird das System durch ein hybridisiertes Kühlsystem mit adaptiv geregeltem Motor. Voruntersuchungen zeigen deutliche Effizienzgewinne bei geringem Bauraum und Gewicht. Erste Powerpack-Prototypen sollen noch vor Ende der 2020er Jahre erprobt werden; eine Serienfertigung wäre ab Anfang der 2030er Jahre möglich.

Der Motor der Baureihe 199 knüpft an bewährte Varianten (über 4.500 Exemplare weltweit im Einsatz) an und verfolgt konsequent den MOTS-Ansatz (Military-Off-The-Shelf), um eine resiliente Lieferkette und einfache Logistik zu gewährleisten.

Das Main Ground Combat System ist das deutsch-französische Gemeinschaftsprojekt zur Entwicklung eines nächsten Generation Kampfpanzer-Systems, das Leopard 2 und Leclerc ablösen soll. Es bündelt höhere Mobilität, integrierte Sensorik, erweiterten Energiebedarf für digitale Systeme sowie neue Schutzkonzepte und Vernetzungsfähigkeiten.

Dr. Jörg Stratmann, CEO Rolls-Royce Power Systems, betonte die Bedeutung für eine starke europäische Verteidigungsarchitektur, operative Zuverlässigkeit und die nachhaltige Verankerung technologischer Kompetenz in Europa. ZF-Vorstand Andreas Moser unterstrich den Beitrag zur langfristigen Stabilität und Handlungsfähigkeit einer wehrhaften Demokratie in Europa.

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