USA haben bei Kriegen ihrer Verbündeten oft nur begrenzten Einfluss

By | 2026-07-27

Washington – Die Vereinigten Staaten können Konflikte, in die ihre Verbündeten verwickelt sind, häufig nur eingeschränkt steuern oder beenden. Das geht aus einem neuen Bericht der Brookings Institution hervor, der vier jüngere Kriege analysiert: den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, den Gaza-Krieg zwischen Israel und der Hamas, den Konflikt Saudi-Arabiens mit den Huthi-Rebellen sowie den Krieg in Afghanistan gegen die Taliban.

Verfasst wurde die Analyse von der früheren hochrangigen US-Diplomatin Dafna Rand. Grundlage sind mehr als 30 Interviews mit führenden amerikanischen und ausländischen Regierungsvertretern. Im Mittelpunkt stehen vor allem die Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen, an denen die USA als einer von mehreren zentralen Akteuren beteiligt sind.

Rand stellt fest, dass die USA trotz ihrer militärischen und politischen Macht oft nicht in der Lage seien, die Strategien ihrer Partner wirksam zu beeinflussen. Als Beispiel nennt sie den Gaza-Krieg, in dem die amerikanische Forderung nach einer Begrenzung der Kampfhandlungen von Israel nur teilweise berücksichtigt worden sei. Gleichzeitig werde es schwieriger, Konflikte zu beenden: In den vergangenen sechs Jahren habe es 22 Kriege gegeben, an denen innerstaatliche Aufständische oder Terrorgruppen beteiligt waren – genauso viele wie im gesamten Jahrzehnt der 2010er-Jahre.

Die Autorin empfiehlt, politische und strategische Ziele mit Verbündeten möglichst früh klar abzustimmen. Der amerikanische Einfluss sei zu Beginn eines Konflikts am größten und nehme mit der Dauer der Kampfhandlungen ab. Instrumente wie die Zurückhaltung von Waffenlieferungen oder die Einrichtung gemeinsamer Gremien zur Überprüfung von Militärhilfe könnten den Einfluss stärken. Gleichzeitig müssten die USA berücksichtigen, dass Verbündete teilweise direkt an den Kongress appellierten und dass auch die Regierungen der Partnerstaaten in Kriegszeiten intern fragmentiert seien.

Der Bericht unterstreicht, dass Kriege leichter begonnen als beendet werden können. Deshalb sollte die Vermeidung von Konflikten für die US-Politik oberste Priorität haben. Die Analyse liefert damit eine kritische Bestandsaufnahme der amerikanischen Rolle in den Kriegen ihrer Verbündeten und formuliert Empfehlungen für künftige Krisenmanagement-Strategien.

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