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Der nordkoreanische Auslandsgeheimdienst: Das Reconnaissance General Bureau (RGB)

Der nordkoreanische Auslandsgeheimdienst, bekannt als Reconnaissance General Bureau (RGB) oder Generalbüro für Aufklärung, ist die zentrale Behörde für Auslandsoperationen, Spionage, Cyberangriffe und verdeckte Aktionen der Demokratischen Volksrepublik Korea (DPRK). Es wurde 2009 gegründet, indem es frühere Einheiten wie das Reconnaissance Bureau der Korean People’s Army und Abteilungen der Workers’ Party of Korea (z. B. Office 35 und Operations Department) zusammenführte. Das RGB untersteht dem Generalstab der Korean People’s Army und berichtet direkt an Kim Jong Un. Es ist für geopolitische Spionage (vor allem gegen Südkorea, USA und Japan), Cyberoperationen (z. B. über Bureau 121) und illegale Finanzierung (z. B. Waffenschmuggel, Hacking) verantwortlich.

Aufgrund der Isolation Nordkoreas und internationaler Sanktionen sind offizielle Kooperationen mit ausländischen Geheimdiensten rar und meist auf ideologische Allianzen beschränkt. Basierend auf Berichten von US-Behörden, UN-Expertengremien und Think Tanks wie dem Center for Strategic and International Studies (CSIS) und dem Institute for the Study of War (ISW) gibt es jedoch dokumentierte Fälle von informellen Partnerschaften, Technologieaustausch und gemeinsamen Operationen. Diese dienen oft militärischer Unterstützung, Cyberkooperation oder Umgehung von Sanktionen. Explizite formelle Allianzen (z. B. wie Five Eyes) existieren nicht, da Nordkorea als Rogue State gilt.

Bekannte Kooperationen mit ausländischen Geheimdiensten

Hier eine Übersicht über die wichtigsten dokumentierten Partnerschaften. Diese basieren auf Sanktionslisten, Cyberberichten und geopolitischen Analysen:

Partnerland / GeheimdienstArt der KooperationDetails und Belege
Russland (FSB / SVR / GRU)Militärische und technische Unterstützung, Cyber- und SatellitenaustauschSeit dem russischen Ukraine-Krieg (2022) hat sich die Kooperation intensiviert. Nordkorea liefert Munition und Raketen (über RGB-kontrollierte Firmen wie Green Pine Associated Corporation), im Gegenzug erhält es russische Technologie für Satelliten (z. B. Triebwerke, Sensoren) und Cybertools. Berichte deuten auf gemeinsame Ausbildung von RGB-Hackern und Truppen (ca. 11.000 nordkoreanische Soldaten in Russland trainiert) hin. Im Juni 2024 unterzeichneten beide Länder einen strategischen Pakt mit gegenseitigem Beistand. UN- und US-Berichte bestätigen RGB-Beteiligung an Waffentransfers.
Iran (IRGC-Quds Force / MOIS)Waffentechnologie und BallistikDas RGB (via Green Pine) hat seit den 2000er Jahren Raketentechnologie (z. B. für Scud- und Nodong-Raketen) an iranische Einheiten geliefert und technische Unterstützung für Schiffs- und Waffensysteme geleistet. Dies umfasst gemeinsame Entwicklung von Drohnen und ballistischen Raketen. US-Treasury-Sanktionen (2024) nennen explizit RGB als Kooperationspartner für Irans WMD-Programme (Weapons of Mass Destruction).
China (MSS / PLA)Technische Beschaffung und CyberinfrastrukturInformelle Kooperation bei der Beschaffung von Elektronik und Datenverarbeitungstech (z. B. über chinesische Firmen in Liaoning). RGB-Einheiten wie Bureau 121 operieren teilweise aus China (z. B. Chilbosan Hotel in Shenyang als Hackerbasis). Es gibt Austausch bei Cyberoperationen und Sanktionsumgehung, aber keine offizielle Allianz aufgrund chinesischer Distanz zu Nordkoreas Provokationen. Berichte von Daily NK (2025) erwähnen Verträge mit lokalen chinesischen Unternehmen.
Syrien (Mukhabarat / Luftwaffe)Waffentransfers und militärische BeratungRGB hat Scud-Raketen und Chemiewaffen-Technologie geliefert (z. B. 2007 an syrische Basen). Gemeinsame Operationen im Syrien-Krieg umfassen Ausbildung und Logistik. UN-Panelberichte (2010er) dokumentieren Schiffe mit RGB-Waffen, die Syrien erreichten.

Weitere Hinweise

  • Cyberaspekt: Viele Kooperationen laufen über Cyberoperationen (z. B. Kimsuky/APT43 unter RGB), die indirekt mit russischen oder iranischen Hackern verknüpft sind, um Ziele wie US-Finanzsysteme zu treffen. US-CISA/NSA-Warnungen (2024) heben globale Bedrohungen hervor.
  • Afrika und Lateinamerika: Das RGB baut Netzwerke in Ländern wie Angola, Sudan oder Venezuela auf (z. B. für Bergbau und Waffenhandel), aber keine tiefen Geheimdienstkooperationen.
  • Einschränkungen: Aufgrund Sanktionen (UN, US, EU) sind diese Partnerschaften verdeckt und riskant. Nordkorea priorisiert bilaterale Deals mit “Achsen des Bösen”-Ländern, um Isolation zu brechen.

Diese Informationen stammen aus öffentlichen Quellen und könnten durch Klassifizierung unvollständig sein.

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