Die Vereinigten Staaten haben Sanktionen gegen 140 Millionen Barrel iranisches Öl aufgehoben, das sich bereits auf Tankern befindet. Präsident Donald Trump begründet den Schritt mit dem Ziel, die explodierenden Benzinpreise zu drücken – mitten in einem von ihm und Israel geführten, offenen Krieg gegen den Iran. Gleichzeitig wurde gestern die NATO Mission Iraq (NMI) in Bagdad evakuiert: Deutsche Bundeswehrsoldaten wurden unter Lebensgefahr mit A400M-Maschinen erst nach Jordanien, dann nach Wunstorf ausgeflogen. Der US-Botschafter bei den UN nennt die Ölsanktionslockerung „very temporary“ und behauptet, sie solle Teherans Preistreiberei kontern.
Das ist kein taktischer Schachzug. Das ist ein strategischer Offenbarungseid: Der Oberkommandierende der Kriegspartei entlastet den Gegner finanziell, weil die eigenen Wähler an der Zapfsäule rebellieren. Es ist der bisher schamloseste Beweis, dass Trumps Iran-Politik keine Politik ist, sondern reiner, panischer Wahlkampf – getarnt als „America First“.
Faktenlage, Stand 21. März 2026:
- Seit 28. Februar 2026 führen USA und Israel einen intensiven Luft- und Raketenkrieg gegen iranische Ziele: Marinebasen im Persischen Golf, Drohnenfabriken, Raketenlager auf Kharg Island, Raffinerien, Kommandozentralen der Revolutionsgarden, erstmals auch Ziele am Kaspischen Meer.
- Iran kontert mit Drohnen- und Raketenangriffen auf US-Stützpunkte, saudische Öl-Anlagen, israelische Städte und Schiffe in der Straße von Hormus. Minenlegen hat den Durchgangsverkehr halbiert. Brent-Öl notiert bei 112–118 USD, US-Benzinpreise landesweit über 4,80 Dollar pro Gallone.
- Die NATO Mission Iraq – Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte gegen IS-Rückkehr – wird wegen unmittelbarer Bedrohung durch iranische Milizen und deren irakische Verbündete abgebrochen. Deutsche Soldaten fliegen unter US-Schutz raus.
- Gleichzeitig gibt Trump grünes Licht für 140 Mio. Barrel iranisches Öl (ca. 18–20 Mio. Tonnen, Wert bei aktuellen Preisen > 15 Mrd. USD), das hauptsächlich nach China geht. Das entspricht etwa 45–50 Tagen iranischer Exportmenge unter Vollsanktionen – genug, um Teherans Kriegskasse massiv aufzufüllen.
Konsequenzen, ungeschminkt:
- Finanzspritze für den Feind
Die IRGC (Revolutionsgarden) erhält frische Milliarden für ballistische Raketen, Hyperschallwaffen, Drohnenproduktion und Finanzierung von Hisbollah, Huthi, Hamas und irakischen Milizen. Das Atomprogramm, das nie wirklich eingefroren war, läuft auf Hochtouren weiter. - Zerfall westlicher Präsenz
Die Evakuierung aus Bagdad markiert das faktische Ende einer 20-jährigen US/NATO-Stabilisierungsmission im Irak. Der Irak driftet weiter in die iranische Einflusssphäre – genau das, was „maximum pressure“ verhindern sollte. - Verbündete vor den Kopf gestoßen
Israel, das aktiv bombardiert, sieht sich von seinem wichtigsten Partner desavouiert. Saudi-Arabien und die VAE drohen mit Produktionsausweitung und Preis-Dumping – der nächste Ölpreis-Krieg droht, diesmal unter US-Schirmherrschaft gegen US-Verbündete. - Glaubwürdigkeitsverlust
Kein Land der Welt nimmt Washingtons Drohungen oder Garantien noch ernst. Erst maximale Sanktionen, dann Krieg, jetzt Sanktionserleichterung für den Kriegsgegner – alles innerhalb von sieben Jahren. Das ist keine Flexibilität. Das ist institutionalisierte Unberechenbarkeit.
Trump hat nie eine Iran-Strategie formuliert. Er hat nur reflexhaft reagiert: erst maximaler Druck, dann maximaler Krieg, jetzt maximaler Opportunismus. Das Weiße Haus twittert von „smart power“, während Teheran die Dividende kassiert. Die 140 Millionen Barrel werden den Preis nur marginal und kurzfristig drücken – die geopolitischen Kosten hingegen explodieren.
„Very temporary“, sagt der UN-Botschafter. In Trumps Mund bedeutet „temporary“ so viel wie „bis zur nächsten Krise, die ich selbst verursache“. Die Bundeswehr-Soldaten sind sicher zu Hause. Der Nahe Osten steht in Flammen. Und der Mann, der den Brand gelegt hat, schenkt dem Brandstifter gerade Treibstoff – weil die Tankstellen in Ohio und Pennsylvania wichtiger sind als die Stabilität der Welt.
Das ist nicht mehr America First. Das ist America in free fall. Und die Welt schaut fassungslos zu.