Das Lattice SDK (Software Development Kit) ist der zentrale Mechanismus, mit dem Drittanbieter ihre Sensoren, Effektoren, Anwendungen und Datenquellen in die Lattice-Plattform einbinden können. Es macht Lattice zu einer offenen, erweiterbaren C2-Architektur statt zu einem geschlossenen System.
Was das SDK ermöglicht
Drittanbieter können über das SDK:
- Sensoren anbinden (Radar, EO/IR, RF, akustisch etc.) und deren Detektionen/Tracks in das gemeinsame Lattice-Entity-Modell veröffentlichen.
- Effektoren und Plattformen als taskbare Agents exponieren (z. B. Jammer, Interceptor-Drohnen, Directed-Energy-Systeme), die von Lattice aus gesteuert werden können.
- Eigene Anwendungen und Daten-Services bauen, die auf dem Lattice Mesh laufen.
- Vendor-spezifische Datenmodelle in das gemeinsame Lattice-Lagebild übersetzen (Cross-Vendor-Interoperabilität).
Technische Merkmale
- Protokolle: Sowohl REST/JSON (einfach für Web-Integrationen) als auch gRPC/Protobuf (effizient für Edge und Hardware).
- Sprachen: Offizielle Bindings u. a. für Python, Go, Java, TypeScript/JavaScript und Rust.
- Open Data Models: Standardisierte Modelle für Entities (Tracks, Assets, Sensoren), Tasks (Befehle an Agents) und Objects (Binärdaten wie Bilder oder Telemetrie).
- Sicherheit: Authentifizierung über OAuth/Client Credentials oder Bearer-Tokens; Datenverteilung ist abgesichert.
- Developer Experience: Dokumentation, API-Referenzen, Sample Applications, Sandbox-Umgebungen und Unterstützung durch Anduril.
Der Zugang ist kontrolliert (Lattice Partner Program / Developer Experience) und unterliegt Exportkontrollen (ITAR/EAR). Qualifizierte Defense-Partner erhalten Zugang zu Live-Umgebungen.
Praktische Bedeutung
In Übungen wie Flytrap 5.0 und Operation Jailbreak haben Drittanbieter (z. B. Radar-Hersteller) ihre Systeme innerhalb von Stunden oder sogar in Echtzeit über das SDK und offene APIs an Lattice / IBCS-M angebunden – ohne monatelange proprietäre Integration.
Das erklärte Ziel von Anduril ist es, sich selbst als Bottleneck zu entfernen: Jeder qualifizierte Anbieter soll seine Capabilities selbst in das Lattice Mesh publizieren können. Dadurch entsteht ein Ökosystem, in dem neue Sensoren und Wirkmittel sehr schnell in die gemeinsame Kill Chain aufgenommen werden können.
Kurz gesagt: Das Lattice SDK macht aus Lattice eine echte Integrationsplattform. Drittanbieter schreiben einmal gegen die offenen Modelle und APIs und sind dann Teil des gemeinsamen C2-Lagebilds und der Fire-Control-Kette – ein entscheidender Vorteil für skalierbare, multi-vendor C-UAS-Systeme.
