Paris (LabNews Media LLC) – Militärangehörige mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) leiden häufig unter Beeinträchtigungen der Exekutivfunktionen. Diese Störungen sind nur teilweise durch klinische Symptome oder Schlafstörungen erklärbar. Das zeigt eine aktuelle Querschnittsstudie französischer Forscher, die in der Fachzeitschrift Psychiatry Research veröffentlicht wurde.
Die Studie untersuchte bei Soldaten mit PTBS die Zusammenhänge zwischen exekutiven Funktionen (wie Planung, Impulskontrolle, kognitive Flexibilität und Arbeitsgedächtnis), PTBS-Symptomatik und objektiv gemessenen Schlafparametern. Dazu kamen ökologische Methoden wie tragbare Sensoren und ambulante Messungen zum Einsatz.
Die Ergebnisse zeigen, dass exekutive Dysfunktionen bei militärischen PTBS-Patienten weit verbreitet sind. Allerdings ließen sich diese Beeinträchtigungen nur unvollständig durch die Schwere der PTBS-Symptome oder durch Schlafstörungen erklären. Die Autoren schließen daraus, dass weitere Faktoren – etwa neurobiologische Veränderungen oder die Art des Traumas – eine Rolle spielen.
Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, bei der Behandlung von PTBS im militärischen Kontext auch kognitive Funktionsstörungen gezielt zu berücksichtigen. Bisherige Therapiekonzepte konzentrieren sich oft primär auf die Reduktion von Flashbacks, Vermeidungsverhalten und Hyperarousal. Die neuen Erkenntnisse legen nahe, dass eine stärkere Einbeziehung kognitiver Rehabilitation und gezielter Schlafinterventionen sinnvoll sein könnte.
Die Forscher fordern weitere Längsschnittstudien, um die kausalen Zusammenhänge besser zu verstehen und wirksame Behandlungsansätze zu entwickeln.
