Mailand (LabNews Media LLC) – Rüstungsunternehmen, die in Forschung und Entwicklung mit zivilen Anwendungsmöglichkeiten (Dual Use) investieren, werden von den Finanzmärkten besonders hoch bewertet. Das zeigt eine aktuelle Studie europäischer Ökonomen, die in der Fachzeitschrift Economics Letters veröffentlicht wurde.
Die Forscher um M. Albori untersuchten, wie Investoren die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von börsennotierten europäischen Rüstungsunternehmen im Kontext steigender Militärausgaben bewerten. Das zentrale Ergebnis: Je höher der Anteil an Dual-Use-Technologien (also Entwicklungen, die sowohl militärisch als auch zivil genutzt werden können), desto stärker steigt die Bewertung der Unternehmen an der Börse.
Während reine militärische Forschungsprojekte bereits positiv bewertet werden, führt ein hoher Dual-Use-Anteil zu einem zusätzlichen Bewertungsaufschlag. Die Märkte sehen darin offenbar ein strategisches Potenzial, von der aktuellen Aufrüstungsdynamik und gleichzeitig von zivilen Wachstumsmärkten zu profitieren.
Die Autoren betonen, dass es sich nicht um eine generelle Aufwertung militärischer Ausgaben als Wirtschaftsmotor handelt. Vielmehr zeige die Studie, dass Investoren vor allem jene Innovationen belohnen, die über den reinen militärischen Einsatz hinaus skalierbar sind.
Die Ergebnisse werfen ein neues Licht auf die wirtschaftlichen Anreize hinter der zunehmenden Dual-Use-Forschung in der Verteidigungsindustrie. Sie deuten darauf hin, dass geopolitische Spannungen und steigende Rüstungsausgaben nicht nur die Nachfrage nach militärischen Produkten, sondern auch die Bewertung technologieoffener Forschungsstrategien nachhaltig beeinflussen.
