Berlin – Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) hat eine Studie zur Stärkung des deutschen Innovationssystems vorgelegt. Darin wird eine engere Verzahnung ziviler und militärischer Innovationen empfohlen, um Synergiepotenziale besser zu nutzen und die technologische Souveränität zu sichern.
Innovation sei entscheidend für den nachhaltigen Wohlstand Deutschlands und die Bewältigung globaler Herausforderungen. Die Studie untersucht, wie zivile, militärische und sogenannte Multiple-Use-Innovationen besser verzahnt werden können, ohne zentrale Prinzipien wie Wissenschaftsfreiheit und offene Kooperationen zu gefährden.
Durch staatliche Forschungsaufträge im Verteidigungsbereich könnten Spillover-Effekte entstehen, die private Investitionen anregen und den gesamten Innovations- und Wirtschaftsstandort stärken. Repräsentative Umfragen zeigten eine veränderte gesellschaftliche Wahrnehmung: Viele Bürgerinnen und Bürger befürworteten höhere Verteidigungsausgaben und eine Stärkung der Verteidigungsfähigkeit.
Die Autoren schlagen unter anderem einen strukturierten gesellschaftlichen Dialog zu sicherheitsrelevanter Forschung vor. Zudem solle ein gemeinsames Verständnis von Multiple-Use-Technologien entwickelt und strukturelle Hemmnisse wie Bürokratie abgebaut werden. Forschungssicherheit müsse risikoorientiert und differenziert gestaltet werden, ohne pauschale Einschränkungen der Wissenschaftsfreiheit.
Im Bereich der Innovationsfinanzierung wird auf die sogenannte „Tal des Todes“-Phase zwischen Prototyp und Serienfertigung hingewiesen, die besonders für militärische Technologien kritisch sei. Empfohlen werden eine innovationsfreundlichere Beschaffung, durchgängige Finanzierungs- und Beschaffungspfade sowie eine bessere europäische Abstimmung.
Die Studie formuliert konkrete Handlungsoptionen für Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, um das deutsche Innovationssystem resilienter und zukunftsfähiger zu machen.
