Koblenz – Das Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr übernimmt künftig die Beschaffung von Sanitätsmaterial. Mit der Einrichtung der Unterabteilung XIII Beschaffungsorganisation im Kommando Gesundheitsversorgung soll der Beschaffungsprozess für handelsübliches medizinisches Material schneller und unbürokratischer gestaltet werden.
Bisher wurde der Großteil des Sanitätsmaterials – von Verbänden über Kanülen bis hin zu Medikamenten – überwiegend durch das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) beschafft. Im Zuge der Verlagerung von Beschaffungskompetenzen sollen standardisierte und marktverfügbare Güter künftig direkt durch das Kommando Gesundheitsversorgung veranlasst werden. Die vertragliche Abwicklung und Vergabe bleibt beim Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw).
Hintergrund der Umstrukturierung sind die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie sowie die Anforderungen an die Landes- und Bündnisverteidigung. Während der Pandemie hatte die Bundeswehr Versorgungsengpässe bei essenziellen Materialien wie Desinfektionsmitteln und Basisarzneimitteln erlebt. Ziel ist es nun, die Verfügbarkeit von Sanitätsmaterial auch in Krisen- und Kriegsfällen sicherzustellen.
Neben medizinischem Verbrauchsmaterial wurden auch andere standardisierte Güter wie Büromaterial, Streusalz oder Feuerholz auf ihre Beschaffungswege überprüft. Komplexe Medizingeräte, die eine kontinuierliche fachliche Betreuung über die gesamte Nutzungsdauer erfordern, verbleiben weiterhin im Verantwortungsbereich des Sanitätsdienstes.
Die Verantwortlichen sehen in der Neuordnung eine Entlastung des BAAINBw und eine Stärkung der fachlichen Zuständigkeit beim Kommando Gesundheitsversorgung.
